4 Möglichkeiten: Bessere Therapieadhärenz mit digitaler Unterstützung

Digitale Adhärenzprogramme füllen das Konzept "Patient Engagement" mit Leben

von Nadine Röderer

Nadine Röderer

Ein wichtiger Aspekt für die Therapieadhärenz und den -erfolg ist die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Doch für ausführliche Gespräche bleibt im medizinischen Alltag oft zu wenig Zeit. Hier bieten digitale Lösungen eine wertvolle Unterstützung und gewinnen daher seit Jahren immer weiter an Bedeutung.

Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz digitaler Lösungen

Datenschutz und -sicherheit von (Gesundheits-)Daten, Validität der Inhalte, Produktneutralität und Nutzerfreundlichkeit sind natürlich für den erfolgreichen Einsatz digitaler Angebote entscheidende Voraussetzungen. "Nur wenn ein Angebot diese Voraussetzungen tatsächlich erfüllt, vertrauen ihm Arzt und Patient. Und nur dann wird die Anwendung auch genutzt und der Patient hat die Chance, einen Gewinn davonzutragen", betont Klaus Mueller, Geschäftsführer von TWT Digital Health.

Digitale Adhärenzprogramme

4 digitale Lösungen zur Verbesserung der Therapieadhärenz

  1. Digital-Health-Coaching
    Das Digital-Health-Coaching verbindet die Elemente des Coachings mit digitalen Kommunikationsformen – und damit mit den Vorteilen, die durch digitale Angebote (online oder mobile) ermöglicht werden. So können Patienten z.B. jederzeit Anfragen stellen oder das Informationsangebot nutzen. Live-Gespräche sind ortsunabhängig möglich. Patienten haben Zugang zu digitalen Tagebüchern und erhalten Reminder auf ihr Smartphone. Für die Teilnehmer ist Digital-Health-Coaching leichter in den Alltag zu integrieren, dadurch effektiv und spart Gesundheitskosten.

  2. Medical-Apps
    Das Smartphone genießt in unserer heutigen Zeit eine große Aufmerksamkeit. Und diese lässt sich auch zur Verbesserung der Therapietreue nutzen: Das Smartphone wird zum digitalen Therapieassistenten. So können die digitalen Anwendungen zum Beispiel erinnern, dokumentieren und motivieren – und das nicht nur bei der Einnahme von Medikamenten, sondern auch bei Vitalwerten und Symptomen. Über integrierte Berichte können Patienten ihrem Arzt schnell einen Überblick über den Therapiefortschritt geben. Durch die Einbeziehung beim Arzt können die Smartphone-Apps so den Patienten dauerhaft beim Übergang in einen gesünderen Lebenswandel unterstützen.

    Für einen führenden Pharmakonzern sind wir Teil eines internationalen Projektteams für den Aufbau und den Betrieb eines Patientenprogramms, das in verschiedenen europäischen Ländern und den USA zur Verfügung steht. Über eine Patienten-App und ein Device sowie eine Cloud-basierte Datenbank wird die Adhärenz von Patienten mit Multipler Sklerose gemonitort und die Therapie unterstützt. An das System sind neben den Patienten auch Ärzte und medizinisches Fachpersonal angeschlossen – alles so, dass sowohl die strengen Datenschutz-Richtlinien in Deutschland als auch HIPAA-Kriterien in den USA gewahrt sind.

  3. Health-Games (Gamification)
    Aus der Kategorie "Serious Games", erleichtern Health-Games beispielsweise die Wissensvermittlung und sind gut zum Training einer Verhaltensänderung geeignet. Spielbasiertes Lernen kann durch verschiedene Faktoren – wie z.B. Spaß, Wettbewerb, Belohnung – das Lernen verstärken und die Motivation fördern. Hier tun sich in der Medizin völlig neue Möglichkeiten auf – erfahren sie mehr ...

  4. Social Media
    Soziale Netzwerke werden von vielen Millionen Deutschen zum Austausch genutzt. Da liegt es nahe, diesen Kommunikationskanal auch zur Förderung der Therapieadhärenz zu nutzen. Communities und andere als "social" eingeordnete Angebote erleichtern den Austausch unter den Betroffenen, können gegenseitiges Aufmuntern erwirken und (durch den Wettbewerb) die Patienten zu mehr Therapietreue bewegen. Und das kann auch für den Anbieter Vorteile haben: Das Unternehmen gelangt an anonymisierte, "echte" Patientendaten. Die Informationen darüber, welche Medikamente häufig von Patienten eingenommen werden und welche Erfahrungen die Patienten mit diesen machen, können wertvolle Hinweise für die Entwicklung der entsprechenden Medikamente liefern.

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