Digitale Medizin – die Zukunft des Gesundheitswesens

Welche Möglichkeiten bieten digitale Lösungen heute?

von Klaus Mueller

<a href="/news/autoren/klaus-mueller/">Klaus Mueller</a>

Der Chirurg, der sich aus der Ferne in den OP-Saal schaltet, Gesundheitschecks und Therapiesitzungen per App, Organe aus dem 3D-Drucker und Pflegeroboter – all das sind Szenarien, die heute nicht mehr unvorstellbar sind, sondern konkrete Zukunftsmusik. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist in vollem Gange und die Mehrheit der Deutschen zeigt sich dieser Entwicklung gegenüber aufgeschlossen.

Wir stellen spannende Lösungen vor und zeigen welche Rolle Medical-Apps und künstliche Intelligenz dabei spielen.

Digitales Stethoskop

Das Startup StethoMe hat das traditionelle Stethoskop digitalisiert. Über Bluetooth wird es mit dem Smartphone gekoppelt. Die App auf dem Smartphone zeichnet die Geräuschdaten beim Abhören auf und übermittelt diese an den Hausarzt. Zudem laufen die Geräuschmuster über einen Server, der mittels künstlicher Intelligenz das übertragene Muster mit einer Datenbank abgleicht, um so beispielsweise eine Lungenentzündung zu erkennen. Durch die Visualisierung der Geräuschmuster kann der Arzt die Anomalien auch sehen. Ebenso kann das digitale Stethoskop als Fieberthermometer genutzt werden.

Herzcheck mit dem Smartphone

Die App FibriCheck ermöglicht es, mit der Handykamera das eigene Herz zu überwachen. Der Nutzer muss dazu 60 Sekunden lang seinen Zeigefinger auf die Kamera seines Smartphones legen. Dann wird ein Photoplethysmogram erstellt. Dies bedeutet, dass die Kamera die Verfärbungen der Haut aufnimmt, denn durch das Pumpen des Herzens verändert sich die Farbe der Haut ständig. Anhand dieser Veränderungen wird die Schnelligkeit des Herzschlags berechnet. Erkennt die App eine Herzrhythmusstörung gibt sie eine Warnung aus und fordert den Nutzer zum Arztbesuch auf. 

Healthcare-Trends – die Medizin der Zukunft

Therapiesitzung per Smartphone

Auch das dänische Startup Monsenso setzt auf eine App, um Patienten mit psychischen Erkrankungen zu unterstützen. Täglich wird ein Fragebogen an den Patienten gesendet, der nach der Beantwortung eine Einschätzung zu seinem aktuellen Zustand gibt. Die Informationen werden dann an den Arzt übermittelt. Auf Grundlagen dieser Ergebnisse kann der Arzt individuelle Therapiepläne erstellen. Der Vorteil der App ist, dass Patienten so leichter und schneller Therapeuten finden und mit diesen ständig in Kontakt bleiben. Außerdem werden alle Beteiligten über den Behandlungsverlauf informiert und können so im Ernstfall schnell handeln. Voraussetzung für eine zielgerichtete Behandlung ist, dass der Patient die Fragen wahrheitsgemäß und gewissenhaft beantwortet.

Mit künstlicher Intelligenz zur verbesserten Diagnose

Bei der Auswertung von Röntgenbildern setzen Kliniken auf die Kombination von Bildverarbeitung und Machine Learning. In der Radiologie sollen so schneller genauere Befunde erstellt werden. Die Ärzte müssen dazu auf dem Röntgenbild den zu untersuchenden Bereich auswählen, die Software sucht dann in einer Datenbank nach vergleichbaren Fällen und Diagnosen. Auch in der Krebsbehandlung findet künstliche Intelligenz Anwendung. Onkologen sollen mit Hilfe eines auf KI basierenden Systems passende Medikamente für eine personalisierte Therapie zusammenstellen.

Therapietreue verbessern per App

Um Patienten bezüglich ihrer Compliance mit der Therapie zu unterstützen, können Apps einen wichtigen Beitrag leisten. Sie können Patienten an die Medikamenteneinnahme erinnern, die korrekte Applikation des Medikaments dokumentieren oder eine Kontrolluntersuchung initiieren. Dabei gilt es die Patientendaten sicher und datenschutzkonform zu speichern. Wie es geht, lesen Sie in unserer Case Study ...

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